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Die
Journalistin Elisabeth Bardill-Meyer aus Tenna im Safiental hat mir die
Erlaubnis gegeben, ihre Buchbesprechungen hier abzudrucken. Ganz herzlichen
Dank!
Hier
finden Sie ein Interview mit Elisabeth Bardill
Besprechung für Sie:
Takis Würger, Für Polina
Daniel de Roulet, Ein Sonntag in den Bergen
Pascal Haag, Spice-up
Takis Würger, Für Polina
Diogenes Verlag Fr. 35.00
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Liebesroman des Jahres
Der zügige Einstieg in eine verwobene Geschichte der Beziehungen
fesselt von allem Anfang an. Zwei alleinstehende Frauen lernen sich bei
der Geburt ihrer Kinder im Mehrbettzimmer eines Krankenhauses kennen.
Die eine hat ihre Wurzeln in Deutschland, die andere in der Türkei.
Sie legen ihre Neugeborenen, Polina und Hannes, nahe zusammen und schauen
dem neuen Leben zu. Bereits an diesem Punkt beginnt die Liebesgeschichte.
– Eine unbekümmerte Kindheit in einer heruntergekommenen, herrschaftlichen
Villa wird für Hannes und seine Mutter ein festes Zuhause. Polina
und ihre Mutter kommen oft zu Besuch ins moorige Naturschutzgebiet. Der
Bewohner und Hausherr hat einen Vollbart und trägt ein mehrmals geflicktes
Sakko aus Tweed in der Farbe alter Walnüsse. Es gibt im Dorf verschiedene
Gerüchte über ihn. Im Jugendalter trennen sich die Wege von
Hannes und Polina. Es beginnt eine verworrene Zeit, die von Missverständnissen,
kurzen Begegnungen und Trennungen gezeichnet ist. Von Briefen, die nicht
ankommen, von Trauer, Elend und Verzagtheit. Hannes findet sich nicht
zurecht zwischen gesellschaftlichen Verhaltensweisen und seiner ausgeprägt
sensiblen Seelenwelt. Er entpuppt sich zum hochbegabten Musiker und Komponisten.
Die Musik und die Liebe zu Polina beherrschen sein ganzes Sein. Er verirrt
sich aber in eine Ersatzwelt, macht Schwerarbeit und verbirgt dabei seine
grosse Liebe und seine eigentliche Berufung, das Musizieren. Er hat wenig
Ahnung von sozialen Netzwerken. Doch letztendlich erwacht er aus seinen
Träumen, denn seine Komposition für Polina wird in alle Winkel
der Welt getragen. Er muss diese Frau wiederfinden.
Der Autor und Journalist Takis Würger, geboren 1985, studierte in
Cambridge Ideen-Geschichte. In seinem neuen Roman erfahren wir in seltener
Deutlichkeit, wie im Innern eines Knaben Wundersames wächst –
die Musik. Hannes Prager wird als Träumer wahrgenommen, ist einsam
und verschliesst sich bis zum unerwarteten intuitiven Durchbruch, als
er begreift, dass er mit seiner Musik andere Menschen berühren und
beglücken kann.
Empfohlen von Elisabeth Bardill
Tenna, den 24. Februar 2025
Daniel de Roulet, Ein Sonntag in den Bergen
Limmat Verlag Fr. 30.00
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Ein
Sonntag in den Bergen
Der Schweizer Autor Daniel de Roulet macht mit seinem spannenden Bericht
ein ungeheuerliches Geständnis. Er setzte in den siebziger Jahren
das auf einem verschneiten Berggipfel gelegene Chalet, hoch über
Gstaad, in Brand. Dieses gehörte dem umstrittenen deutschen Medienboss
Axel Caesar Springer. Es geht um einen Tatsachenbericht des Täters,
also des Autors. Er konnte sein Geheimnis während Jahrzehnten bei
sich bewahren. Jetzt erzählt er in diesem Buch von seinen Irrtümern,
seinem Weltbild, als er in der Zeit des kalten Krieges noch jung war.
«Auf Machtergreifung war ich nie erpicht, ebenso wenig zog es mich
in die Parteipolitik, selbst damals nicht, als es galt, die Parteien aufzubauen,
um die Massen zur Revolution zu führen. Ich war kein passionierter
Sozialist, und auch Fussball lässt mich eher kalt. Anders der Langstreckenlauf
und ab und zu die Rolle des Untergrundpatrioten.» Der Ich-Erzähler
war mit seiner Freundin in Gstaad. Sie warf ihm wieder einmal vor, dass
er Sonntagsreden führe, die nicht dazu beitrügen, die prachtvollen
Berge von den Mistkerlen zu säubern, die sich dort verkriechen würden.
Sie warft Fragen auf wie etwa: «Warum sind die Leute gerade dort
so arm wo die Strände so schön sind? Warum sind die Flugpassagiere
der ersten Klasse so ungehobelt?» De Roulet wollte in diesem Fall
des anrüchigen Chalets zur Tat schreiten, wollte seiner Freundin
beweisen, dass er dieses eine Mal zu seinen Überzeugungen stehen
konnte und auch wie gut er in verschneiten Berggegenden zurechtkam. –
Die abenteuerliche Bergtour, das ausgetüftelte in Brandsetzen der
Luxusfestung war nicht alles an jenem Sonntag. Die wundersame Geschichte,
niedergeschrieben nach 30 Jahren, war auch ein Geschenk an seine Begleiterin
von damals, das er ihr kurz vor ihrem Tod gewidmet hatte. Das Buch ist
ein Zeugnis von Jugendunruhe und Überzeugungstat, von Liebe und Bergabenteuer,
von Dichtung und Wahrheit.
Daniel de Ruoulet, geboren 1944, hat durch seinen literarischen Bericht
2006 über den unaufgeklärten Brandanschlag im französischen
Sprachraum mediales Aufsehen erregt. Er begründete seine Tat damit,
dass er damals geglaubt habe, Springer sei ein Nazi gewesen. – Der
Buchtext wurde von Maria Hoffmann-Dartevelle aus dem Französischen
übersetzt.
Empfohlen von Elisabeth Bardill
Tenna, den 11. März 2025

Pascal
Haag, Spice-up.
Vegane & würzige Rezepte - mit Aromen aus aller Welt
AT Verlag Fr. 38.00
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Die
faszinierende Welt der Gewürze
«Vegane & würzige Rezepte mit Aromen aus aller Welt»
lautet der Untertitel des neuen Kochbuches von Pascal Haag. Hier wird
gezeigt, wie raffinierte vegane Gerichte auf den Tisch kommen. Die Lösung
liegt in der Kunst des Würzens. Der erfahrene Koch beginnt mit einer
Einführung in die Gewürzkunde und wertvollen Tipps im Umgang
mit Gewürzen wie Sumach, Zimt und Kurkuma oder Gewürzmischungen
wie Five Spice, Cajun und Dukkah. In seinen ausgewählten Rezepten
werden Blatt- und Knollengemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Tofu,
Seitan, Tempeh und Getreide zu harmonischen Geschmackserlebnissen kreiert.
Unter den achtzig würzigen Gerichten findet man traditionelle aus
anderen Ländern und eigene Kreationen, in die Aromen verschiedener
Kulturen einfliessen. Düfte, Geschmäcker und Farben regen den
Appetit an. Der Koch gibt Tipps, worauf es bei Einkauf und Lagerung ankommt.
Während sieben Jahren arbeitete Pascal Haag im Restaurant Hiltl,
dem ältesten vegetarischen Restaurant der Welt. In dieser Zeit hat
er sich intensiv mit dem Thema beschäftigt. Auf Reisen in seiner
Freizeit hat er mit interessanten Menschen gesprochen, Gewürzfarmen
und -märkte wie auch Kurse besucht. Seit 2014 ist er selbständig
tätig und arbeitet an verschiedenen Projekten rund um die vegane
Küche. Mit diesem Kochbuch möchte Pascal sein Wissen und seine
Leidenschaft mit anderen teilen und hofft, dass es Lust und Freude macht,
Gewürze in die Gerichte einzubauen, ganz nach dem Motto: spice-up!
Ob Tofu-Tomaten-Curry, gefüllte Pita oder Truffes mit Pfeffer und
Sternanis – die Vielfalt der Aromen überrascht und sorgt für
mehr Würze auf dem Tisch und im Leben.
Empfohen von Elisabeth Bardill
Tenna, den 6. März 2025
Elisabeth Bardill
Elisabeth Bardill-Meyer kam 1941 im aargauischen Auenstein zur
Welt und wuchs danach in Küsnacht am Zürichsee auf. Nach der
Ausbildung zur Kindergärtnerin an der Neuen Mädchenschule Bern
war sie in Bubendorf BL tätig. Nach der Heirat mit einem Bündner
Lehrer zog sie nach Tenna ins Safiental und später nach Schiers.
Sie hat vier Söhne und fünfzehn Enkel. Während vieler Jahre
unterrichtete sie im Bildungszentrum Palottis Schiers in den Fächern
Erziehungslehre, Werken und Gestalten. Seit 2004 lebt Elisabeth Bardill
mit ihrem Mann wieder in Tenna. Sie arbeitet freischaffend journalistisch
für Zeitschriften, Zeitungen wie auch regelmässig für die
„Terra Grischuna“, schreibt Bücher und gibt diese selber
unter „edition bardill“ heraus. Es handelt sich stets um Porträts
von Menschen in Graubünden.

Elisabeth Bardill, Männer und Frauen verwurzelt
in Graubünden
Edition Bardill
Fr. 30.00
bitte
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Elisabeth Bardill, Bauernstolz und Bauerntum
Edition Bardill, 2008 Fr. 35.00 bitte mit Mail bestellen
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