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Die
Journalistin Elisabeth Bardill-Meyer aus Tenna im Safiental hat mir die
Erlaubnis gegeben, ihre Buchbesprechungen hier abzudrucken. Ganz herzlichen
Dank!
Hier
finden Sie ein Interview mit Elisabeth Bardill
Besprechung für Sie:
Barbara Bonhage, Zwischen Herd und Hakenkreuz
Barbara Bonhage, Zwischen Herd und Hakenkreuz
Verlag Elfundzehn Fr. 29.80
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Meine
Grossmutter, die Nationalsozialistin
Im Familiengedächtnis gibt es Lücken. Über die Grossmutter
wurde geschwiegen, denn sie war glühende Nationalsozialistin. Ihre
jüngste Enkelin Barbara Bonhage, die NS-Historikerin, schrieb deren
Geschichte nach dem Fund von hunderten Briefen, die ihre Grossmutter geschrieben
hatte. Bis dahin wusste sie kaum etwas von der Vergangenheit ihrer Oma
Hilde (1907- 1945). Die umfangreiche Korrespondenz der verblendeten gebildeten
Frau liegt nun als Biografie in Buchform vor. Hilde war als Ehefrau und
Mutter aktiv in der Öffentlichkeitsarbeit. In leitender Funktion
betrieb sie Propaganda zur «Germanisierung» der besetzten
polnischen Gebiete. Hilde lernte schnell, im Sinne der Partei als Frau
praktische Arbeit zu leisten. Sie fühlte sich vielen ihrer Kolleginnen
in der Frauenschaft überlegen, da sie viel gelesen und sich thematisch
in das Führungsprogramm der Nazis eingearbeitet hatte. Sie übernahm
führend ein Teilgebiet an der Mütterschulung der Volkswohlfahrt
und unterrichtete über Tischschmuck und häusliche Feste und
zeigte wie Taufe, Hochzeit und Weihnachten zu feiern waren. Einer der
Grundgedanken war, Jungen auf den Krieg und Mädchen auf das Gebären
«arischer» Kinder vorzubereiten. Hilde hatte selber fünf
Kinde. Ihr Leben war kurz und intensiv im unerschütterlichen Glauben
an den Führer Adolf Hitler. Die vielen Briefe wurden wohl deswegen
aufbewahrt, weil sie über Gewalt, Unrecht und Verbrechen kaum etwas
preisgeben. Die Enkelin las die seltenen, seltsamen, realitätsfernen
Dokumente mit ihrem eigenen Wissenshintergrund und zeigt mit der Biografie
ihrer Grossmutter, was niemand erzählt. Die meisten der Briefe lagerten
gestapelt und sorgsam verpackt über Jahre da wie dort und wurden
vielleicht wortkarg weitergereicht. – Dieses Buch zeigt uns 80 Jahre
nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa und im Licht bedenklicher
weltpolitischer Entwicklungen, wie wir selbst für radikale Ideologien
anfällig sind. Andrerseits erscheint das Porträt der Ehefrau
und Mutter mit alltäglichen Sorgen und Nöten allzu vertraut.
Barbara Bonhage studierte Geschichte und Germanistik in Zürich und
Paris und promovierte in Wirtschaftsgeschichte. Unter anderem erarbeitete
sie ein Lehrmittel für Schulen: «Hinschauen und Nachfragen.
Die Zeit des Nationalsozialismus im Licht aktueller Fragen.»
Empfohlen von Elisabeth Bardill
Tenna, den 17. März 2025
Elisabeth Bardill
Elisabeth Bardill-Meyer kam 1941 im aargauischen Auenstein zur
Welt und wuchs danach in Küsnacht am Zürichsee auf. Nach der
Ausbildung zur Kindergärtnerin an der Neuen Mädchenschule Bern
war sie in Bubendorf BL tätig. Nach der Heirat mit einem Bündner
Lehrer zog sie nach Tenna ins Safiental und später nach Schiers.
Sie hat vier Söhne und fünfzehn Enkel. Während vieler Jahre
unterrichtete sie im Bildungszentrum Palottis Schiers in den Fächern
Erziehungslehre, Werken und Gestalten. Seit 2004 lebt Elisabeth Bardill
mit ihrem Mann wieder in Tenna. Sie arbeitet freischaffend journalistisch
für Zeitschriften, Zeitungen wie auch regelmässig für die
„Terra Grischuna“, schreibt Bücher und gibt diese selber
unter „edition bardill“ heraus. Es handelt sich stets um Porträts
von Menschen in Graubünden.

Elisabeth Bardill, Männer und Frauen verwurzelt
in Graubünden
Edition Bardill
Fr. 30.00
bitte
mit Mail bestellen
Elisabeth Bardill, Bauernstolz und Bauerntum
Edition Bardill, 2008 Fr. 35.00 bitte mit Mail bestellen
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